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Kongruenz und Flexionstypen

Ein flektiertes Adjektiv gleicht sich dem Nomen an, das es begleitet (= Kongruenz zwischen Adjektiv und Nomen).

Seine Form hängt aber auch von der Art des Artikelwortes ab, mit dem das Nomen steht. Anwesenheit und Art des Artikelwortes bestimmen, nach welchem Flexionstyp (stark, schwach, gemischt) das Adjektiv flektiert wird.

Zwei aufeinanderfolgende Adjektive werden gleich flektiert.

Nach Pronomen und Zahladjektiven schwankt die Flexion des Adjektivs häufig zwischen starken und schwachen Formen.

Substantivisch verwendete Adjektive (= als Nomen verwendetet Adjektive) werden wie Adjektive flektiert.

Kongruenz Adjektiv–Nomen  
Deklinationstypen
zwei aufeinanderfolgende Adjektive 
nach Pronomen und Zahladjektiven
Substantivisch verwendete Adjektive


Kongruenz Adjektiv–Nomen

Ein attributiv verwendetes Adjektiv passt sich in seiner Form dem Nomen, das es charakterisiert, an. Es besteht eine grammatische Kongruenz in Genus, Numerus und Kasus mit dem Nomen:

GenusmännlicheinweicherStoff
sächlicheinweichesKissen
weiblicheineweicheLandung
 

NumerusSingularderweicheStoff
PluraldieweichenStoffe
 

KasusNominativweicherStoff
AkkusativohneweichenStoff
DativmitweichemStoff
GenitivstattweichenStoffes


Flexionstypen
Deklinationstypen

Die Form des Adjektivs wird nicht nur durch Genus, Numerus und Kasus des Nomens bestimmt. Sie hängt auch vom Artikelwort des Nomens ab:
  • Wenn Genus, Numerus und Kasus schon durch ein Artikelwort angegeben werden, wird das Adjektiv schwach gebeugt.

    der weiche Stoff, dasweiche Material; dieser weiche Stoff, jedes weiche Material

  • Wenn Genus, Numerus und Kasus nicht durch ein Artikelwort angegeben werden, wird das Adjektiv stark gebeugt.

    weicher Stoff, weiches Material; solch weicher Stoff, viel weiches Material
Dieses Grundprinzip wird nicht in allen Formen eingehalten. Es führt auch nicht zu einer in allen Fällen eindeutigen Bestimmung von Genus, Numerus und Kasus, da das Deutsche nur die fünf Adjektivendungen –e, –em, –en, –er und –es kennt. Es liegt aber der Einteilung in drei Flexionstypen zugrunde:

starke Flexionohne Artikel u. a.
schwache Flexion nach bestimmtem Artikel u. a.
gemischte Flexionnach ein, kein u. a.


Zwei aufeinanderfolgende Adjektive

Zwei oder mehr aufeinanderfolgende Adjektive werden gleich flektiert (Parallelflexion):

die gute alte Zeit
in der gut
en alten Zeit

leckeres frischgebackenes Brot
das lecker
e frischgebackene Brot.

ein grüner, schleimiger Frosch
der grün
e, schleimige Frosch
grün
e, schleimige Frösche
die grün
en, schleimigen Frösche

ein neu
es, originelles, alle überzeugendes Konzept

Dies gilt in der Standardsprache auch für die starken Dativendungen -em und -er:

bei gleichem durchschnittlichem Ertrag
nach lang
em, peinlichem Schweigen
bei gleicher durchschnittlicher Arbeitszeit
mit interessanter, gut bezahlter Arbeit

Hier kommt beim zweiten Adjektiv auch die schwache Endung -en vor (Wechselflexion). Sie gilt standarsprachlich bei -er als nicht korrekt:

auch:bei gleichem durchschnittlichen Ertrag
besser nicht: bei gleicher durchschnittlichen Arbeitszeit
(Vgl. aber unten substantivisch verwendete Adjektive)

Die parallele Flexion gilt nicht für mit einem Bindestrich zusammengefügte Adjektive. Hier wird das ganze Wort flektiert. Nur das letzte Adjektiv erhält eine Flexionsendung:

das mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium
ein mathematisch-naturwissenschaftlich
es Gymnasium


Nach Pronomen und Zahladjektiven

Nach Pronomen, die Artikelwörter sind, folgt das Adjektiv der schwachen oder der gemischten Flexion, je nachdem ob das Pronomen Numerus, Genus und Kasus bereits ausdrückt (Siehe Starke Flexion und Gemischte Flexion).

Von dieser Regel wird aber nach einigen Pronomen abgewichen (siehe Schwankende Flexion).

Pronomen, die keine Artikelwörter sind, werden gleich flektiert wie Adjektive. Das ihnen folgende Adjektiv wird im Prinzip gleich flektiert wie das Pronomen:

ein anderes lustiges Spiel
das ander
e lustige Spiel

Wenn sie ohne Artikel stehen, werden sie allerdings manchmal als Artikelwörter aufgefasst. Das Adjektiv wird dann schwach flektiert:

von anderem interessanten Gesprächsstoff

Siehe Schwankende Flexion.


Substantivisch verwendete Adjektive

Substantivisch verwendete Adjektive (= als Nomen verwendete Adjektive) werden gleich flektiert wie attributiv verwendete Adjektive:

Flexionstypen (vgl. oben)

Die Form des substantivisch verwendeten Adjektivs hängt unter anderem von der Art des Artikelwortes ab, das vor ihm steht:

schwache Flexionder Glücklichedas Eingemachtediese Angestellten
starke Flexiondu GlücklicherEingemachtesdrei Angestellte
gemischte Flexion  ein Glücklicher   ihr Eingemachtes  keine Angestellten   

Auf ein Adjektiv folgendes substantivisch verwendetes Adjektiv (vgl. oben)

Folgt ein substantivisch verwendetes Adjektiv einem flektierten Adjektiv, werden beide Formen gleich flektiert:

Beispiele Singular:
der arme Verwandte
ein jung
er Abgeordneter
eine jung
e Abgeordnete
viel interessant
es Neues
eines arm
en Kranken
einer arm
en Kranken

Ausnahme: Im Dativ Singular sind bei substantivisch verwendeten Adjektiven die schwachen Endungen üblich, wenn ein stark flektiertes Adjektiv vor ihnen steht. Die starken Endungen gelten außer im Dativ Singular Neutrum als veraltet:
bei Annas armem Verwandtenveraltet: bei Annas armem Verwandtem
mit Berlins jüngster Abgeordneten veraltet:mit Berlins jüngster Abgeordneter
mit interessantem Neuenauch:mit interessantem Neuem

Beispiele Plural:
liebe Studierende
die jung
en Studierenden
für jung
e Studierende
für die jung
en Studierenden
mit höher
en Angestellten
die Löhne höher
er Angestellter



 
 
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